Die mittelalterlichen Sturmfluten in Nordfriesland
Neue archäologische Forschungsansätze zur Siedlungsgeschichte im Watt
Aus der Vortragsreihe Sturmfluten & Wassermanagement
Vortrag von Dr. Bente Majchczack
(Institut für Ur- und Frühgeschichte, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Die Groten Mandränken von 1362 und 1634 sind die wohl berüchtigtsten in einer langen Reihe von Sturmfluten, welche die Nordseeküste trafen. Großen Einfluss auf die Menschen und die Gestalt der Landschaft hatte die Erste Mandränke, bei der in Nordfriesland große Teile des Kulturlandes untergingen. Es waren Orte wie das legendäre Rungholt, aber vor allem weite Strecken fruchtbaren Marschlandes, das damals seit kaum 200 Jahren von friesischen Einwanderern mühsam eingedeicht und trockengelegt worden war.
Dr. Bente Majchczack vom Exzellenzcluster ROOTS stellt die 2026 neu aufgestellte Forschungsgruppe TORF vor, die mit einer Zusammenarbeit aus Archäologie, Geophysik und Geoarchäologie, sowie Geologie, Geschichtswissenschaft, Molekularbiologie und Datenwissenschaft (Universitäten Kiel und Mainz, LEIZA und ALSH Schleswig sowie NIhK Wilhelmshaven) die Siedlungsgeschichte im Watt untersuchen wird. Gezeigt werden die bisherigen archäologischen Ergebnisse: Messbilder und Ausgrabungen enthüllen die mittelalterlichen Warftreihen im Watt vor Hallig Südfall mitsamt einer imposanten Hauptkirche. Die geoarchäologischen Bohrungen zeigen, wie die Landschaft im Mittelalter besiedelt und umgestaltet wurde, was direkt zum späteren Untergang beitrug.
Der Eintritt beträgt 3 €. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
